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Diplomarbeit... Auswertung der Umfrage |
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Auswertung der
empirischen Befragung zum Thema Jugendarbeit und Hörschäden |
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Dies ist ein Auszug aus der Originalfassung der Diplomarbeit. Nutzung für private Zwecke und für die Anwendung in Einrichtungen der Jugendarbeit ausdrücklich gestattet. Abdruck, Vervielfältigung, Zitat etc. aber nur nach vorheriger Absprache (siehe Mailadresse)! Der Autor freut sich über Kommentare, Fragen und Berichte: thilo . ebbighausen (at) laermpraevention.de |
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Empirische Befragung zum
Thema Lärmprävention in der Jugendarbeit
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Alter |
Bis 25 |
26 - 30 |
31 - 40 |
41 - 50 |
über 50 |
Keine Angabe |
Gesamt |
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Anzahl |
27 |
40 |
35 |
15 |
12 |
2 |
131 |
|
Prozent |
20,6 % |
30,5 % |
26,7 % |
11,5 % |
9,2 % |
1,5 % |
100 % |
Tab.2: Arbeitsstelle / Einrichtung (Frage 23)
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Häufigkeit |
Prozent |
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|
|
Jugendzentrum / |
55 |
42,0 % |
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Betreutes Wohnen / Heim |
15 |
11,5 % |
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|
Beratungsstelle |
15 |
11,5 % |
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Schulsozialarbeit |
8 |
6,1 % |
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|
Mobile soz. Arbeit |
6 |
4,6 % |
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|
Verband / Verein |
12 |
9,2 % |
|
|
Anderes |
19 |
14,5 % |
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|
Keine Angabe |
1 |
0,8 % |
|
Gesamt |
131 |
100,0 % |
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Im Folgenden werden einige relevante Resultate der Ergebnissanalyse
dargestellt und erläutert.
o Bezug von Jugendlichen und Hörschäden
Die Hälfte der Befragten wurde in ihrer Arbeit schon einmal mit (kurzzeitigen oder längeren) Hörschäden bei den Jugendlichen konfrontiert (vgl. Frage 3 des Fragebogens im Anhang).
Die jugendlichen Besucherinnen und Besucher sprachen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von sich aus auf das Thema „lärmbedingte Hörschäden“ allerdings nie (78,8%) oder selten (21,2%) an (vgl. Anhang: Frage 1). Entsprechend haben die Mitarbeitenden den Eindruck, dass Jugendliche sich selten (38,6%) oder nie (59,8%) Gedanken um Hörschäden machen (vgl. Anhang: Frage 4). Diese realistische Vermutung entspricht auch den Thesen der einschlägigen Studien (vgl. Kap. 4.2f) und unterstreicht die Notwendigkeit von Aufklärung.
o Thematisierung von Hörschäden und Risiken
Relativ selten werden die Jugendlichen auf die Gefahr von Hörschäden angesprochen (vgl. Frage 2), und ähnlich selten wird im Mitarbeiterkreis über das Thema gesprochen (vgl. Frage 5) – bei ca. einem Drittel scheinen Hörschäden überhaupt kein Thema zu sein, bei über einem Drittel nur selten:

Abb. 1: Prozentuale Antworten der Frage 2 und Frage 5 (Quelle: Eigene Darstellung)
In Tab. 3 ist ersichtlich, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich bereits mit dem Thema „Hörschäden bei Jugendlichen“ beschäftigt haben, Jugendliche auch öfter darauf ansprechen. Durch Information der Multiplikatoren entsteht hier also eine höhere Sensibilisierung im Arbeitsalltag. Diese Tendenz spiegelt sich unter anderem auch im Wissensstand der Mitarbeitenden und der daraus resultierenden Umsetzung von lärmpräventiver Maßnahmen wider. Das Alter und Ausbildung der Mitarbeitenden ist bezüglich Wissensstand, Interesse sowie Thematisierung und Praktizierung von Lärmprävention nicht als signifikant zu erkennen.
Tab. 3:
Kreuztabelle: Frage 2 im Verhältnis zu Frage 8
Antworten zu der Frage 2
„Haben Sie von sich aus die Jugendlichen schon einmal auf das Thema
Hörschäden angesprochen?“
im Verhältnis zu Antworten zu der Frage 8
„Haben Sie sich (gedanklich oder auch aktiv) mit dem Thema Hörschäden
bei Jugendlichen beschäftigt?“
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Jugendliche werden von MA angesprochen (Frage 2) |
Gesamt |
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Öfter |
Selten |
Nie |
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|
|
MA haben sich
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% der |
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7,0% |
0,8% |
0,0% |
7,8% |
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|
|
% der |
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|
|
|
|
|
|
13,2% |
17,1% |
5,4% |
35,7% |
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|
|
% der |
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|
|
|
|
|
|
4,7% |
19,4% |
20,2% |
44,2% |
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|
|
% der |
|
|
|
|
|
|
|
0,0% |
3,9% |
8,5% |
12,4% |
||
|
Gesamt |
% der |
|
|
|
|
|
|
|
24,8% |
41,1% |
34,1% |
100,0% |
||
o
Interesse und Wissensstand der
Mitarbeitenden
Bei der Analyse dieser Thematik ist zu beachten, dass Menschen mit bereits vorhandenem Interesse oder Vorwissen zum Thema höchstwahrscheinlich eher an dieser Befragung teilnehmen, als Menschen die das Thema nicht interessiert.
Das Ergebnis ist auch speziell im Rahmen dieser Thematik nicht repräsentativ bzw. es muss von einem überdurchschnittlichen „Interesse“ und „Wissen“ ausgegangen werden und entsprechend relativiert werden. Angesichts dessen ist der Prozentsatz der Mitarbeitenden, die angeben sich gar nicht (ca. 28 %) oder nur sehr wenig (ca. 38 %) über Hörschäden informiert zu haben erstaunlich hoch:

Abb. 2: Prozentuale Häufigkeitsanalyse Frage 9 des Fragebogens. (Quelle: Eigene Darstellung)
Ihr eigenes Wissen zum Thema stuft knapp die Hälfte der befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als „sehr wenig“ (36,4 %) bis „gar nicht“ (12,9 %) ein. 42,4 % verfügen laut eigenen Angaben über „etwas“ Wissen rund um lärmbedingte Hörschäden (vgl. Frage 10). Nicht geklärt ist hier, wie zutreffend und relevant das Wissen für die Situationen in der Jugendarbeit und speziell für Jugendliche ist, und ob dieses Wissen ausreicht um nachhaltig präventiv zu handeln.
In der Mitte der Umfrage wurde die Frage gestellt, ob „lärmbedingte Hörschäden“ persönlich als ein interessantes Thema eingestuft wird:

Abb. 3: Prozentuale Häufigkeitsanalyse Frage 11 des Fragebogens. (Quelle: Eigene Darstellung)
Obwohl knapp 70 % der Probanden das Thema als „etwas“ bis „sehr“ interessant bezeichneten, haben sich laut einer vorhergehenden Frage nur 42 % „etwas“ bis „viel“ mit dem Thema beschäftigt (vgl. Frage 8), und sich nur 33 % “etwas“ bis „viel“ über Hörschäden informiert (vgl. Frage 9). Diese Diskrepanz könnte verschiedene Ursachen haben, z.B. einen Mangel an Möglichkeiten und Gelegenheiten, sich über das bereits als interessant empfundene Thema zu informieren, oder aber auch ein spontan durch den Fragebogen gesteigertes oder ausgelöstes Interesse.
Es entsteht der Eindruck, dass ein grundsätzliches Interesse durchaus vorhanden ist, bisher aber praktisch wenig Auseinandersetzung mit dem Thema stattgefunden hat (die Gründe dafür wären zu erforschen). Die Schaffung von unkomplizierten und zielgruppengerechten Informationsmöglichkeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendarbeit könnte hier ein wertvoller Ansatz sein.
o Lärmpräventive Maßnahmen
Wirklich relevant ist, ob die oben genannten Gespräche im Team und mit den Jugendlichen systematisch geführt wurden und ob daraus konkrete Resultate oder Maßnahmen entstanden sind. Von 131 Befragten gaben 90 an, im Team über das Thema Hörschäden gesprochen zu haben. Von diesen 90 konnten aber nur knapp die Hälfte von Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Prävention von Hörschäden in ihrer Einrichtung berichten (vgl. Abb. 4). Bei 60,6 % aller Befragten gab es keinerlei präventive Maßnahmen.

Abb. 4: Deskriptive Statistik:
Häufigkeitstabelle der Frage 5 („Haben Sie schon einmal mit Kollegen über
Hörschäden gesprochen“) im Bezug zu Frage 6 („Gab / gibt es in Ihrer
Einrichtung Maßnahmen zru Vermeidung bzw. Prävention lärmbedingter
Hörschäden?“)
(Quelle: Eigene Darstellung)
o Handhabung von Tonanlage und Lautstärke bei Musikveranstaltungen
Über die Hälfte (54,5%) der Befragten gab an, das in ihrer Einrichtung Musikveranstaltungen wie Discos und Konzerte organisiert werden, jedoch gibt es bei der Hälfte (50,7 %) dieser Einrichtungen keinerlei Maßnahmen zur Vermeidung lärmbedingter Hörschäden. Bei knapp der Hälfte (ca. 45%, vgl. Frage 15) der Einrichtungen wurde die Musikanlage von Jugendlichen (Besucherinnen bzw. Besuchern der Einrichtung) bedient, bei über der Hälfte (ca. 62%, vgl. Frage 16) wurden die Zuständigen für die Bedienung der Musikanlage nicht hinsichtlich der Gefahr von Hörschäden informiert.
Dieses drastischen Ergebnise werd mit einer weiteren Frage bestätigt, durch die sich zeigt, dass es in 41,4 % der Einrichtungen bei Musikveranstaltungen keine vorgegebene Beschränkung der Lautstärke gibt (vgl. Frage 17). Bei 36,4 % der Einrichtungen werden immerhin elektrische Geräte zur automatischen Begrenzung der Lautstärke eingesetzt (vgl. Frage 18).

Abb. 5: Maßnahmen zur
Vermeidung von Hörschäden in Einrichtungen der Jugendarbeit
(vgl. Fragen 16, 17 und 18, Quelle: Eigene Darstellung)

Abb. 6:
Prozentuale Darstellung der Häufigkeit von lärmpräventiven Maßnahmen
(vgl. Frage 6 / 14, Quelle: Eigene Darstellung)
o Stellenwert des Themas in der sozialen Arbeit
Um eine annähernde Einschätzung des Stellenwertes der Thematik „lärmbedingte Hörschäden“ innerhalb der Sozialen Arbeit zu erreichen, wurden zwei konträre Fragen gestellt: Einerseits zur Einschätzung der Präsenz des Themas, andererseits zur persönlichen Meinung ob die Lärmprävention überhaupt eine Aufgabe der Sozialen Arbeit sei. Damit sollte auch die Akzeptanz des Themas überprüft werden. Das Ergebnis zeigt, dass die größte Gruppe der Befragten den Eindruck hat, dass es „sehr wenig“ Thema ist, die Lärmprävention jedoch durchaus eine Aufgabe der sozialen Arbeit ist. Der gegenteiligen Meinung, nämlich das die Prävention lärmbedingter Hörschäden keine Aufgabe der Sozialen Arbeit ist, sind lediglich 3 % der Fragebogen-Beantworterinnen und –Beantworter.

Abb. 7: Häufigkeitsanalyse: Beurteilung von Lärmprävention als Thema / Aufgabe der Sozialen Arbeit (vgl. Fragen 12 und 13, Quelle: Eigene Darstellung)
Auch wenn diese empirische Befragung im Resümee keine umfassenden und absolut repräsentativen Ergebnisse liefern kann, sind deutliche Tendenzen zu erkennen:
Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendarbeit, die an der Umfrage teilgenommen haben, ist Lärmprävention kein großes Thema (vgl. Abb. 7). Das gesamte Antwortverhalten vermittelt aber den Eindruck, das sie bei einer Konfrontation mit dem Thema durchaus für eine Auseinandersetzung damit offen sind (vgl. u.a. Abb. 3), zumal das Risiko von Hörschäden durch laute Musik nicht unbekannt ist und auch bei über der Hälfte darüber gesprochen wurde (vgl. Abb. 1). Diese Gespräche verliefen vermutlich aber nicht fundiert und systematisch (vgl. obigen Abschnitt „lärmpräventive Maßnahmen“). Drastisch sind die Ergebnisse hinsichtlich bereits bestehender Maßnahmen zur direkten oder indirekten Vermeidung von Hörschäden. Hier besteht tatsächlich ein hoher Nachholbedarf (vgl. u.a. Abb. 5 und Abb. 6).
Abschliessend kann gesagt werden, das die Analyse der Antworten die These unterstützt, dass Lärmprävention in der sozialen Jugendarbeit bisher kaum praktiziert wird. Das teilweise vorhandene Problembewusstsein ist durch zu wenig Wissen fundiert (vgl. Frage 10 im Anhang), so dass nachhaltige Maßnahmen zu selten finden sind (vgl. Abb. 4). Das Lärmprävention von einer starken Mehrheit durchaus als Aufgabe der Sozialen Arbeit bezeichnet wird (vgl. Abb. 7), sollte zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema ermutigen, zumal die Rahmenbedingungen der Jugendarbeit dies durchaus zulassen.
[1] Quantitativ / voll standardisiert bedeutet, dass festgelegte Antwortoptionen (auf der Basis von Hypothesen) vorgegeben wurden, die dadurch direkt miteinander vergleichbar sind(vgl. ATTESLANDER 2000, S. 76f).
[2] 28 von 131 Umfrage-Teilnehmenden forderten durch die Eingabe ihrer E-Mailadresse weitere Informationen und Ergebnisse an, die nach Bewertung der Diplomarbeit versandt werden. Die Homepage ist nach wie vor online und soll auch weiterhin Informationen zu den genannten Themen bieten.
[3] Hierfür wurde unter anderem genutzt: Die deutsche Newsgroup de.soc.jugendarbeit, die Mailingliste Soziale Arbeit [SozArb] der Homepage Sozialarbeit.de, die Diskussions-Mailingliste [oja] Offene Jugendarbeit sowie verschiedene Internet-Foren aus dem Bereich Jugendarbeit.
[4] So könnte z.B. die Motivation, an der Umfrage teilzunehmen, aus einem bereits vorhandenen Wissen über die Lärmproblematik oder auch aus einem grundlegenden Interesse am Thema resultieren, und somit zu einem höheren Prozentsatz an Probanden führen, die sich schon mit dem Thema beschäftigt haben.
[5] Dies bedeutet, dass die Ergebnisse nicht nur von den abgefragten Faktoren begründet sein müssen, sondern auch durch nicht berücksichtigte Faktoren (z.B. Geschlecht) abhängen können (vgl. SCHAFFER, S. 31)
[6] Siehe dazu im Anhang: Fragebogen / Auswertung der regionalen Herkunft.
Die gesamten Ergebnisse und der zugrundeliegende Fragebogen:
Hier
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